Floridus Röhrig - Das Pilgerbuch aus Schrattenthal




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Floridus Röhrig - Das Pilgerbuch aus Schrattenthal

Wie entstand das älteste Druckwerk Niederösterreichs?

Schrattenthal – einer jener fast vergessenen Orte im Grenzland gegen Südmähren, dass ein beschauliches Dasein führt. Wer Schrattenthal besucht, kann kaum glauben, dass es schon seit 1472 das Stadtrecht besitzt, und noch viel weniger, dass hier die älteste Druckerei Niederösterreichs ihren Sitz hatte. Beides hat einen historischen Grund:
Schrattenthal war der politische und geistliche Mittelpunkt eines damals sehr bedeutenden Herrschaftskomplexes.

Weiterführende Informationen

Die Geschichte in Kurzfassung

 

Im Jahr 1434 kaufte Ulrich von Eyczing das Haus zu Schrattenthal und gestaltete die Burg sowie das Dorf großzügig um. Bereits 1448 überließ ihm der Graf von Hardegg das Lehen zu freiem Eigen, und innerhalb kurzer Zeit bauten die Eyczinger den Ort zum Zentrum einer bedeutenden Herrschaft aus. Das kleine Rittergeschlecht der Eyczinger stammte aus dem bayrischen Innviertel und nahm mit Ulrich von Eyczing einen kometenhaften Aufstieg.

Ulrich von Eyczing heiratete eine reiche Wiener Bürgerstochter, erwarb mit emsigem Geschäftssinn ausgedehnte Güter und wurde schließlich 1437 Hubmeister (Finanzminister) Herzog Albrechts V. Er war damit der Nachfolger des Oswald Oberndorfer, der heute als Stifter des bisher sogenannten Albrechtsaltars bekannt geworden ist. Als Hubmeister wusste sich Ulrich in einer Weise zu bereichern, die selbst damals anstößig wirkte, und nach dem Tod des Herzogs konnte er sich als Herr über diese Ländereien etablieren. Seine Praktiken wurden vielfach kritisiert – insbesondere durch Enea Silvio Piccolomini, dem späteren Papst Pius II – und er galt allgemein als „gottlos“. Das hinderte Ulrich aber nicht, in Schrattenthal, das er prächtig ausbauen ließ, im Jahre 1452 eine neue Pfarrkirche zu stiften. Sie wurde dem Heiligen Bernhadin von Siena geweiht, der erst 1450 heiliggesprochen wurde.

 

Stephan Freiherr von Eyczing

Nach Ulrichs Tod übernahm sein jüngerer Bruder, Stephan Freiherr von Eyczing, 1460 die Herrschaft Schrattenthal. Ihm gelang der Erwerb des Stadtrechtes für das Zentrum seines Machtbereiches. Und er tat noch ein übriges. Seit dem frühen Mittelalter gereichte es einem Rittergeschlecht zur höchsten Ehre, wenn es ein Kloster zu seiner Grablege und zum geistlichen Mittelpunkt seiner Herrschaft zählte. Um auch seiner Familie diesen Glanz zu verleihen, errichteten die Brüder Stephan und Oswald sowie die Söhne Martin und Georg von Eyczing ab um 13. Oktober 1476 ein Kloster für ein Kapitel von fünf Augustiner-Chorherren und einen Propst.

Die Klosterkirche

Als Klosterkirche diente den Chorherren weder die kunsthistorisch bedeutende Burgkapelle von 1438 noch die neue Pfarrkirche, sondern die schon länger bestehende Marienkapelle. An diese war die 1452 geweihte neue Pfarrkirche in der Weise angebaut worden, dass die beiden Kirchenräume miteinander verbunden waren.

Dies führte dazu, dass die Seitenkapelle der Pfarrkirche zu einer selbständigen Klosterkirche wurde.

Klosterreform

Die Gründung des Chorherrenstiftes geschah im Rahmen der „Raudnitzer Reform“. In der Zeit um 1400 erlebte das Klosterwesen eine neue Blüte.

Bei den Benediktinern erneuerte die Melker Klosterreform in den meisten Klöstern Österreichs und Süddeutschlands das Ordensleben, indem sie, von Melk ausgehend, auf die ursprüngliche Strenge und Sinnhaftigkeit der Regeln zurückgriff. Parallel dazu ging bei den Augustiner Chorherren eine gleichartige Erneuerungsbewegung vom Stift Raudnitz an der Elbe aus, dass 1333 vom Prager Erzbischof Johan von Drazic gegründet worden war.

Hier bestanden auch geistliche Beziehungen zu den Windesheimer Chorherren in den Niederlanden. Diese übte als Träger der „Devotio moderna“ großen Einfluss auf die religiöse Haltung des Spätmittelalters und der folgenden Zeit aus. Während aber die Melker Reform nur in bereits bestehenden Klöstern eingeführt wurde, führte die Erneuerungsbewegung von Raudnitz nicht nur zur Reform längst bestehender Chorherrenstifte, sondern auch zur Gründung zahlreicher neuer Reformklöster im böhmisch-süddeutschen Raum. In Österreich waren die wichtigsten Neugründungen dieser Art die Chorherrenstifte

  • Dürnstein (1410) und
  • St. Dorothea Wien (1440)

kleine Häuser ohne großen Besitz, aber als Heimstätten strengen Ordensgeistes und großer Gelehrsamkeit von bedeutendem Einfluss.